Unser Reitplatzprojekt mit der Größe 19 m x 39 m in der Sparvariante, also ohne Unterbau, haben wir im Juni 2007 durchgeführt. Der Grund für die Entscheidung zur Sparvariante liegt darin, dass die Wiese auf der unser Reitplatz entstehen sollte recht eben war und diese über ein natürliches Gefälle verfügt. Zudem ist sie auch bei schlimmsten Starkregen im Herbst trocken und es bilden sich dort keine Pfützen. Ein weiterer und der wohl ausschlaggebende Grund ist der, dass wir keine Möglichkeit haben mit einen LKW an den Reitplatz heranzufahren. Daher wäre es nicht möglich eine Schotterschicht oder dergleichen dorthin zu bekommen.
Unsere Vorbereitung und Organisation war das schwerste am Reitplatzprojekt. Die Durchführung war dagegen ein Klacks. Durch unsere Problematik das wir keine Möglichkeit hatten mit einen LKW direkt an den Platz heranzufahren mussten wir mit vielen unterschiedlichen Geschäftspartnern zusammenarbeiten und alles so koordinieren, dass es terminlich passte. Mit Familie Staack war dies zu keinem Zeitpunkt ein Problem. Das Vlies ist wie gewünscht geliefert wurden und die Lieferung der Sacknähmaschine konnten wir auch kurzfristig ändern, aufgrund der nicht planbaren Wetterlage, so dass alles passte.
Unsere Tretschicht ist ein Außenreitplatzboden der Firma Bockelmann Holz aus Holzhackschnitzeln. Die Holzhackschnitzel sind leicht und konnten so gut mit einem Miniradlader zu dem Reitplatz in ca. 50 m Entfernung transportiert werden. Den Miniradlader haben wir uns bei der Firma HKL Baumaschinen gemietet. Auch hier war es schwer das passende zu finden, da wir eine Höhe von 2 m nicht überschreiten und die Schaufel auch nicht zu klein sein durften. Die Tretschicht beträgt ca. 10 cm. Wir haben insgesamt 80 m³ Holzhackschnitzel auf den Reitplatz mit der Größe von 19 m x 39 m aufgetragen. Dies kann je nach Unebenheiten variieren.
Unser Vorgehen war folgendes. Wir haben zunächst die Fläche grob begradigt, also die schlimmsten Hügel abgetragen. Dies geschah aber wirklich nur grob. Der Rest wurde später durch die Tretschicht ausgeglichen. Dafür haben wir ca. einen Tag gebraucht. Danach haben wir uns einen Minibagger geliehen um außen um den Reitplatz herum einen ca. 30 cm tiefen Graben zu ziehen. Dies war das reinste Vergnügen für meinen Vater. Auch hierfür kann man so ca. einen Tag einkalkulieren. Für das Verlegen des Vlieses haben wir einen weiteren Tag gebraucht. Mein Vater, meine Schwester und ich hatten dabei keine Probleme. Auch die Sacknähmaschine war total einfach zu bedienen. Bei uns kam es mit den Rollen jedoch leider nicht ganz hin. Es hätten eigentlich 5 Bahnen á 40 m sein müssen. Aber bei der letzten Bahn fehlten uns 6 m. Aber auch das war überhaupt kein Problem, da wir an den Seiten recht viel überstehen ließen, so dass wir das Loch mit 5 mal 1 m breiten und 6 m langen Stücken geflickt haben. Dank der Sacknähmaschine war auch dies nicht wirklich ein Problem und ging super schnell. Hätten wir dieses Problem nicht gehabt braucht man auch nur einen halben Tag einplanen. Man muss die Bahnen einfach aufeinander legen und an der Seite vernähen. Dann zieht man die Bahn rüber, so dass die Naht nach unten zeigt. Ganz easy! Das Auftragen der Tretschicht war auch kein Problem. Da wir aber nur Stück für Stück mit dem Miniradlader auftragen konnten brauchten wir hierfür insgesamt drei Tage. Das Vlies ist dabei aber total stabil gewesen. Es war überhaupt kein Problem dies mit den Miniradlader zu befahren.
![]() Schritt 1: Unebenheiten grob entfernen |
![]() Schritt 2: Graben um den Reitplatz ausheben |
![]() Schritt 2 erfolgte unter Kontrolle von “Imagine That” bei ihren Mittagsschlaf |
![]() Schritt 3: Verlegen des Vlieses |
![]() Schritt 3 erfolgreich ausgeführt |
![]() Schritt 4: Das Auftragen der Tretschicht |
![]() Engpass 1 für Schritt 4: Der Carport |
![]() Engpass 2 für Schritt 4: Die Pforte |
![]() Das Vlies ist sehr stabil und ohne Probleme befahrbar |
![]() Endlich fertig! Ein Traum wird wahr! |
![]() Das Tor zu unseren kleinen Reitspaß-Paradies |
Unser Fazit ist Daumen hoch für PEG. Das Prinzip, welches dahintersteckt durch Trennung der Erde von der Tretschicht ist überzeugend und funktioniert! Wir haben den Reitplatz Anfang Juni gebaut und können jetzt schon problemlos die Wetterfestigkeit beurteilen, aufgrund des sehr regenreichen Sommers dieses Jahr hier bei uns im Norden. Der Platz hat schon einige Starkregentage mitgemacht und mit Bravour gemeistert. Alle Wiesen und das Tal standen unter Wasser, aber unser Reitplatz hatte keine einzige Pfütze. Das Prinzip funktioniert und die Holzhackschnitzel sind fleißige Helferlein. Wenn Regen fällt saugen diese zunächst wie Schwämme das Wasser auf und geben es dann langsam ab ins Vlies und dies in die Erde. Wenn es ganz heiß ist und auf anderen Reitplätzen die Sandstürme wüten ist bei uns nichts, kein Staub, rein gar nichts. Was natürlich für unsere stauballergischen Pferde ein Geschenk des Himmels ist. Ich kann einfach nur sagen, dass wir begeistert sind vom PEG und der Holzhackschnitzel Lösung. Den Hufschlag begradigen wir hin und wieder mit einer Harke. Dies ist schnell und problemlos gemacht. Ich denke, dass das PEG eine sehr gute Alternative zu aufwendigen Drainagesystemen ist. Aber auch hier muss man aufpassen, denn die Qualität des Vlieses ist entscheidend, auch wenn es verlockend sein mag aus dem Baumarkt nebenan ein Billigvlies zu wählen. Denn Vlies ist nicht gleich Vlies. Ich kontrolliere das Vlies regelmäßig und bisher ist es noch sehr stabil und zeigt keinerlei Schwächen. Kurzum das Material hat mich überzeugt. Jetzt heißt es abwarten was die Zukunft uns bringt.